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MoonCat

Träumerin

Registrierungsdatum: 1. August 2004

Beiträge: 1 661

Geschlecht: Weiblich

1

Freitag, 11. März 2005, 01:11

Krankheit bereichert?

Letzte Woche hat ein (über 50jähriger) Bekannter von mir folgende These aufgestellt:
Die Menschen, die mit (langjähriger) Krankheit geschlagen sind, führen ein reicheres Leben als Normal-Gesunde. Denn sie wachsen an ihrer Krankheit, werden dadurch stärker und sehen und genießen das Leben ganz anders als solche, die einfach immer sorglos hindurch gehen.

Er schien schon darüber nachgedacht zu haben, und wirklich zu meinen er hätte vll. etwas verpasst, weil er nie schwerwiegende gesundheitliche Probleme hatte, an denen er hätte wachsen können... (zumindest hat es sich so angehört)

Als er das so sagte, hätte ich am liebsten in den Raum gerufen, dass ich nicht zu den Normal-Gesunden gehöre (zu denen er mich aber offensichtlich auch zählt), und dass ich ein sorg- und schmerzloses Leben - bzw. eine Kindheit ohne Neurodermitis, aufgekratzte Arme in schlaflosen Nächten, Ausschlag im Gesicht und infolge dessen seltsame Blicke von den Leuten auf der Straße, usw. - auf jeden Fall vorgezogen hätte. Aber, na ja, das wäre keine schöne Diskussion geworden, und ich wäre sicher etwas ausgeflippt, was dann wieder seltsame und betroffene Blicke geerntet hätte. Also habe ich lieber geschwiegen (diese 2 Alternativen gibt es bei mir, (hyper)engagierte Mitsprache oder Schweigen - Ergebnis der Krankheit ?().

Trotzdem geht mir dieser Gedankengang nicht aus dem Kopf... Bereichert Krankheit das Leben eines Menschen? Ich glaube schon, dass sie einen verändert. Ich wäre ohne sie vermutlich ein anderer Mensch: viel extrovertierter, positiver und lebenslustiger, weniger nachdenklich und tiefgründig, würde wahrscheinlich keine Gedichte schreiben, zumindest keine so düsteren,... Und manchmal wünsche ich mir, ich könnte so ein Sorglos-Leben führen, ohne dauernde Grübeleien und das alles. Vll fehlte mir dann ein Stück meiner (jetzigen) Persönlichkeit, doch würde ich es dann vermissen? Ich glaube nicht, und wenn hätte ich wohl trotzdem keine schlaflosen Nächte deshalb (so wie jetzt :( *gäähn*)

Er hat zwar schon irgendwie recht, aber die Wahl zwischen Gesundheit und mehr Tiefgründigkeit würde mir nicht schwer fallen -> Gesundheit!
So äußern (wie oben) kann sich doch eigentlich nur jemand, der ein vollkommen (oder weitestgehend) wohlbehütetes und sorgloses Leben hatte. Oder? Was meint ihr dazu?
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der Schütze

Der Pilger

Registrierungsdatum: 24. September 2003

Beiträge: 4 911

2

Freitag, 11. März 2005, 07:20

Sei gegrüßt und guten Morgen.

Nun, ich denke, dass die Aussage schon etwas hat. Ich arbeite nun doch oft genug mit (schwerst-)behinderten Menschen und sehe, wie die meisten an diesen "Behinderngen" erstarken und im Leben die positiven Augenblicke viel eher auskosten. Ich habe auch gehört, dass Menschen, die eine unheilbare Krankheit haben, ihr Leben viel intensiver leben.

Erschrocken bin ich dann allerdings, als du schriebst, dein Bekannter war gar nicht krank. Ich meine, wie kann man sich wünschen, eine so schwere Last zu tragen, nur, um daran stärker zu werden (denn man muss wohl stark werden, sonst bringt der (psychische) Druck einen um)?! Und, wenn man nun schon zu der Erkenntnis gelangt, dass man sein Leben nicht bis in alle Fugen ausreizt, dann kann man doch wohl schon durch diesen Gedanken allein seine Lebensweise ändern.

Weiters bin ich davon überzeugt, dass eine optimistischere Sichtweise nicht nur eine langjährige Krankheit, sondern auch tiefe Schicksalsschläge "ermöglichen". Und von diesen haben hier herinnen sicher genug Leute welche erleiden müssen.

Langer Rede kurzer Sinn: ich bin ganz deiner Meinung. Gesundheit ist mir auch auf jeden Fall wichtiger.
der Schütze
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Webpoet

Profi

Registrierungsdatum: 8. März 2004

Beiträge: 1 441

Geschlecht: Männlich

3

Freitag, 11. März 2005, 08:49

Ich halte diese Aussage für recht merkwürdig. Ich als Gesunder habe deshalb ja noch lange kein sorgenfreies Leben nur weil ich von Krankheiten verschont geblieben bin. Ich habe in meiner Vergangenheit mehr als genug Dinge gehabt an denen ich wachsen und stärker werden konnte. Diese sind nur nicht so offensichtlich wie eine Krankheit. Wenn er also keine Sorgen hat soll er sich bei mir melden, ich geb ihm gern welche ab an denen auch er wachsen kann. ;)
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Kedyns Krähe

Kritiker ;-)

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2004

Beiträge: 2 960

4

Freitag, 11. März 2005, 10:42

ich habe letztens einen Bericht gesehen in dem es um Jungendliche ging, die durch tumorartige Auswüchse entstellt waren. Sehr imponiert hat mir ein 19jähriger, dessen gesamtes GEsicht entstellt war. Der hatte ein Selbstbewusstsein ----wow

Er hatte einen Zwillingsbruder, welcher recht gut aussah, daher wusste man, dass er auch gut ausgesehen hätte. Störte ihn abernicht weiter. Er hat sein Leben gelebt....hat das College abgeschlossen uund auf dem Abschlußball eine Imitation von April Lavigne (schreibt man die so?!) welche übrigens sehr geil war *g*
____


Stellt euch mal vor, ihr lauft durch die Straßen, jemand guckt euch an und sagt "Igitt!" MAl ganz ehrlich, das würde viele n hier sehr weh tun!

Diese entstellten müssen jeden tag mit so etws leben und die meißten von ihnen sind an ihrer Krankheit in der hinsicht gewachsen, dass sie sowas kalt lässt!

Das finde ich persönlich eine sehr starke Leistung!

____

Passend zu dem Thema guckt euch den Film "Die Maske" an! NICHT den mit Jim Carrey, sondern das Drama! Ein sehr guter Film aber auch fast schon so gemein das man ihn nicht gucken mag ....


Rusty Dennis is the mother of Rocky, a seriously deformed but extremely intelligent and emotionally warm child. Rusty is a no-nonsense mother whose wild lifestyle is often at odds with her tenderness and protectiveness towards Rocky. She is determined that Rocky be given the same chances and happiness that everyone else takes for granted.

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MoonCat

Träumerin

Registrierungsdatum: 1. August 2004

Beiträge: 1 661

Geschlecht: Weiblich

5

Sonntag, 13. März 2005, 02:06

@Schützin: ja, natürlich können Schicksalsschläge genau so schlimm sein und gleiches bewirken. Nur das Zitat war halt auf Krankheiten bezogen...

@Webpoet: ich hätte auch noch ein paar Sorgen abzugeben... *versteigeungsmäßig den Hammer schwing* ;)
aber ich denke die Krankheiten, die er meinte (länger dauernde, mglw. tötliche), sind noch schlimmer bzw dauerhafter/anhaltender...

@Pryscus: ja, manche 'entstellte'/kranke Menschen sind stärker/selbstbewuster als die 'Normalen', aber ich glaube, wenn sie die Wahl hätten wären sie trotzdem lieber gesund.
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Registrierungsdatum: 10. März 2004

Beiträge: 610

6

Sonntag, 13. März 2005, 20:31

Moon ich schätze , er wollte damit eigentlich nur sagen, das man am leid mehr wachsen kann, als wenn man unbehelligt durch das leben geht, keiner ist vor schicksalsschlägen geschützt, aber jemand, der viel durch machen muss, und die richtige lebenseinstellung dadurch bekommt, wächst nun einmal innerlich und wird stärker, als einer, der allen Problemen aus dem weg geht.....manche tun es ja freiwillig, und schau sie dir an....*hüstel*
Aut regem aut fatuum nasci oportere...
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Registrierungsdatum: 10. März 2004

Beiträge: 610

7

Sonntag, 13. März 2005, 20:32

Zusatz....
oder die, die sich und das Leben aufgeben....
Aut regem aut fatuum nasci oportere...
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Kedyns Krähe

Kritiker ;-)

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2004

Beiträge: 2 960

8

Sonntag, 13. März 2005, 21:40

Zitat

Original von MoonCat
@Pryscus: ja, manche 'entstellte'/kranke Menschen sind stärker/selbstbewuster als die 'Normalen', aber ich glaube, wenn sie die Wahl hätten wären sie trotzdem lieber gesund.


stimmt schon, aber das ist hier ja nicht das thema ;)
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Elen

Elbenkriegerin

Registrierungsdatum: 23. Dezember 2003

Beiträge: 2 982

9

Montag, 14. März 2005, 18:24

naja.
eingeschränkt kann ich dem zustimmen. aber eben nur eingeschränkt.
es mag sein, dass einer, der aus einer langen krankheitsphase heraus endlich genest, das leben sehr viel intensiver geniesst als einer, der nie ernsthaft krank war. daran glaube ich sogar ganz sicher. aber sich ein leben lang mit einer krankheit oder entstellung herumquälen zu müssen, mag zwar selbstbewusstsein bis ins grenzenlose aufbauen, aber auch nur, weil man es BRAUCHT, um in dieser situation zu überleben (andere begehen dann eben suizid, weil sie das nicht schaffen). letztlich hat der mit diesem übel geschlagene mensch also keinen gewinn davon, sondern nur etwas überlebensnotwendiges aufgebaut. daran gibt es kein stück mehr zu geniessen als an einem normalen, gesunden leben - die frage ist, wieviel weniger lebenswert es ist, das kann wohl nur jeder für sich allein entscheiden.

die aussage an sich zeugt aber für mich davon, dass er a) unzufrieden ist und b) sehr viel nachgedacht hat über menschen, die mit einem schweren schicksal umzugehen haben. wer diesen schritt auf so eine art bewältigt hat, hätte die chance, durch weiteres reflektieren nah an die "verbesserten" teile der lebensqualität heranzukommen, die ein schicksalsgeschlagener hat. nur schade, dass das den wenigsten klar ist.
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Registrierungsdatum: 11. Oktober 2003

Beiträge: 3 270

10

Montag, 14. März 2005, 20:23

Mhh,

@ Prys, heißt der Film nur "Die Maske", kein Untertitel? Und weißt Du ob es ihn auf dt. gibt?

@ Topic,

nun, ich habe eine Krankheit - wie vielen hier schon bekannt - die bei mir zur vollkommenen Blindheit führen kann.
Nun, da ich dies durch einen Unfall auf einer Seite schon bin, weiß ich wie es ist.
Und ja, man lernt durch die Krankheit, sein Leben viel mehr zu nutzen und jeden Tag bis zum letzten Detail aus zu nutzen und wahr zu nehmen.
Früher war dies nicht leicht für mich, da man immermit verwirrenden Blicken der anderen angestarrt worden ist, ich hatte kein Selbstwertgefühl, wusste nicht, dass ich manchmal sogar existent bin durch das Ignorieren der anderen.
Sobald man jedoch bewusst wird, was man hat, und was es für Auswirkungen auf den Körper an sich hat und dem zu folge auch auf die Seele, lernt man einfach auch, bessermit sich um zu gehen und sich zu akzeptieren.
Ich musste auch feststellen, das Menschen mit Krankheiten im Durchschnitt intelligenter und warmherziger sind als welche die "normal" sind.

RoB
Liebe ist wie der Wind - Man kann sie nicht sehen, aber fühlen!
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JaneDoe

Profi

Registrierungsdatum: 30. September 2004

Beiträge: 1 045

Geschlecht: Weiblich

11

Montag, 14. März 2005, 22:43

Ich würds eher so sehen...
Jemand der sehr lange krank ist, der Schmerzen hat, o.ä. der weiß sehr zu schätzen wenn es ihm gut geht. Er mal ein paar Stunden ohne Schmerzen ist.

Mir geht's immer so wenn ich krank bin. Erst dann denk ich drüber nach wie gut es mir (zumindest gesundheitlich) sonst geht und ich seh es dann nie so, weil's einfach 'selbstverständlich' ist gesund zu sein. Vielleicht war's so gemeint?

Alles Liebe,
Jane
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Webpoet

Profi

Registrierungsdatum: 8. März 2004

Beiträge: 1 441

Geschlecht: Männlich

12

Dienstag, 15. März 2005, 08:13

@RoB: Den Film gibt es auch auf deutsch. Ist ja schon etwas älter :) Zu bekommen z.B. bei Amazon

@ topic:
Sicherlich lernen Menschen mit einer schweren Krankheit ihr Leben besonders zu schätzen und zu genießen. Sicherlich aber auch nicht alle, aber zumindest ein großer Teil. Trotzdem halte ich die Aussage das diese Art das Leben zu genießen für andere nicht auch möglich ist.
Außerdem bleibe ich dabei, dass entsprechende Sorgen (nicht mal eben für ein paar Wochen oder Monate) die einen über Jahre hinweg verfolgen zu einer ähnlichen Einstellung führen können. Klar, wem im Leben immer alles in den Schoß fällt der weiß das Glück nicht zu schätzen.
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Registrierungsdatum: 15. März 2005

Beiträge: 58

Geschlecht: Männlich

13

Donnerstag, 24. März 2005, 00:32

Zitat

Original von Rain-of-Blood
Ich musste auch feststellen, das Menschen mit Krankheiten im Durchschnitt intelligenter und warmherziger sind als welche die "normal" sind.



Dem kann ich nur zustimmen.
Ich weiß nicht wieso, aber ein großer Teil meines Freundeskreis hat/hatte ernstere psychische Probleme. Von Depressionen zu BPS ist/war alles dabei. Und gerade zu diesen Menschen habe ich starke Freundschaften aufgebaut. Vllt liegt es nur an einem mangelndem Selbstwertgefühl, aber diese Menschen waren so selbstlos, warmherzig und freundlich das es mich jedes mal deprimierte in mein gewohntes Umfeld zurück zukehren. Durch ihre Krankheiten hatten sie auch einen größeren Erfahrungsschatz was sie reifer machte als viele Leute die im gleichen Alter waren.

@Topic
Ich bin der Meinung das man an einer Krankheit sehr wohl wachsen kann und zu einem "besseren Mensch" werden kann. Nur kann man auch an eben dieser zerbrechen. Allerdings ist auch genauso möglich in seinem ohne eine Krankheit ein genauso "guter Mensch" werden. Es ist schwerig bei sowas zu verallgemeinern. Trotzdem denke ich das man durch eine Krankheit eher gefordert ist zu wachsen, wo man sich ohne Krankheit selbst in den Ar*** treten müsste.
"I'm searching for something which can't be found ... but I'm hoping"
(Type O Negative - Everything Dies)

"See the animal in it's cage that you built
Are you sure what side you're on
Better not look him too closely in the eye
Are you sure what side of the glass you are on?"
(Nine Inch Nails - Right where it belongs)

The human race is the only vermin on this planet

>> CSC <<
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Registrierungsdatum: 11. Oktober 2003

Beiträge: 3 270

14

Donnerstag, 24. März 2005, 12:19

Zitat

Original von cybernetic_corpse
.
Ich weiß nicht wieso, aber ein großer Teil meines Freundeskreis hat/hatte ernstere psychische Probleme. Von Depressionen zu BPS ist/war alles dabei. Und gerade zu diesen Menschen habe ich starke Freundschaften aufgebaut. Vllt liegt es nur an einem mangelndem Selbstwertgefühl, aber diese Menschen waren so selbstlos, warmherzig und freundlich das es mich jedes mal deprimierte in mein gewohntes Umfeld zurück zukehren. Durch ihre Krankheiten hatten sie auch einen größeren Erfahrungsschatz was sie reifer machte als viele Leute die im gleichen Alter waren.


Mhh,

dem kann ich auch ohne Wiederrede zustimmen, nur bin ich derjenige, der so warmherzig ist und manchmal tut es schon weh, zu sehen, wenn andere wieder gehen, geknickt.

@ Prys,

ich habe den Film nun gesehen und ich bin wahrlich beeindruckt. Stellenweise kann ich es auch sehr gut aus eigenen Erfahrung nachvollziehen und nach wie vor bewunder ich solche Menschen zutiefst.
Nur das Ende is bissl hart.. :(

RoB
Liebe ist wie der Wind - Man kann sie nicht sehen, aber fühlen!
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