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Leronoth

Kritischer Theoretiker

Registrierungsdatum: 24. September 2003

Beiträge: 7 082

26

Montag, 27. Februar 2006, 21:23

Zitat

Original von Sargschläfer
Ich kann mir vorstellen, Schicksal hat auf den ersten Blick etwas erschreckendes, aber wenn man diesem Pfad zu folgen weiß, vermag einem das große Zufriedenheit zu verschaffen.


wie soll mensch denn dem schicksal folgen wenn mensch keinen freien willen hat? also wenn doch eh alles vorherbestimmt ist, wie soll ich denn folgen?

da sklingt so anch "du musst eh folgen, das geht garnet anders, aber wenn du dem folgst gehts dir gut"
Herz voll Leid und Missgeschick,
Das voll sehnsucht Eden sucht,
Weine! - Oder sei verflucht!

Baudelaire
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aratlachien

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 25. Januar 2006

Beiträge: 284

27

Dienstag, 28. Februar 2006, 17:54

Da es sowieso fragwürdig ist, ob der Mensch wirklich einen freien Willen hat, dene ich schon, dass es so etwas wie Schicksal gibt. Zwar gleube ich nicht, dass das gesamte Leben vorbestimmt ist, aber bis zu einem bestimmten Abschnitt schon immer. Soll heißen, dass man eine gewisse Zeit lang immer dem Schicksal folgt, sich dann wieder entscheidet, dann wieder folgt - ähnlich wie bei Wanderwegen ;)
Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum. (Faust I)
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Riveda

Profi

Registrierungsdatum: 26. Dezember 2003

Beiträge: 1 151

28

Dienstag, 28. Februar 2006, 19:32

Wieso ist der freie Wille fragwürdig? Weil einige Neurobiologen nicht in der Lage sind, die Ergebnisse ihrer Experimente in einer vernünftigen Art und Weise zu behandeln? Ich glaube, damit eine solche Aussage getroffen werden kann, braucht es erstens noch etwas mehr Verständnis über die Funktionsweise unseres Gehirnes und es erfordert eine differenziertere Auseinandersetzung mit den Ergebnissen.
"Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen." (Theodor W. Adorno)
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Kasmodiah

Dea ex machina

Registrierungsdatum: 26. September 2003

Beiträge: 3 200

Geschlecht: Weiblich

29

Mittwoch, 1. März 2006, 13:53

Schicksal- was ist das?

Ich glaub nicht an Schicksal, weil ich ehrlich gesagt nicht daran glauben will. Mir gefällt der Gedanke nicht, mein Leben nicht in der Hand zu haben und die essentiellen Entscheidungen nicht selbst treffen zu können.

Das ist so... unfrei, nicht selbstbestimmt. Wah, nee...

Ein eher emotionaler Grund also ;) aber für mich ausschlaggebend, das hypothetische Konstrukt des Schicksals abzulehnen.

Zitat

Original von Leronoth
(...)
doch vorbestimmungen, determinismus und historische notwendigkeiten können schnell mal legitimation für alles werden und lassen die reflexion schnell zurücktreten. ich halte es also für enorm gefährlich einen determinismus des lebens anzunehmen...



Ja, so denke ich auch und auch aus diesem Grunde lehne ich den Glauben an ein unabwendbares Schicksal ab!


Selbst wenn es so was wie ein Schicksal gäbe, wer sagt, dass wir Menschen überhaupt in der Lage sind, den Weg unseres eigenen Schicksals zu erkennen?


@angelus:


Ich finde, das zeigt ziemlich gut, was passieren kann, wenn mensch sich zu sehr auf den Glauben ans Schicksal versteift. :angst
The hardest thing in this world is to live in it.
Be brave.
Live.

“Man muss vor nichts im Leben Angst haben, wenn man seine Angst versteht.” [Marie Curie]
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aratlachien

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 25. Januar 2006

Beiträge: 284

30

Mittwoch, 1. März 2006, 14:52

@Riveda: Weil man nicht wirklich frei entscheidet - man ist immer von Gewohnheiten, äußeren Umständen beeinflusst, auch wenn man das vielleicht nicht wahr haben will. Oder auch von irgendwelchen Bedürfnissen...
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Leronoth

Kritischer Theoretiker

Registrierungsdatum: 24. September 2003

Beiträge: 7 082

31

Mittwoch, 1. März 2006, 16:43

@artlachien da ahts du natürlichr echt. aber es ist so dass diese gewohnheiten, die sozialisation, das umfeld etc. pp. einen habitus definieren in dem es möglich ist sich frei zu bewegen. wneigstens wird da in der soziologischen forschung stark von ausgegangen.
wenn der mensch nur auf sein umfeld und seine gewohnheiten (wie entstehen die denn?) reagieren würde gäb es nur eine homogene menschenmasse keine konflikte und jeder würd sich imme rin jeder situation genormt verhalten.
da es aber auch leute gibt die nackt über fußballfelder rennen, scheint mir dies nicht gegeben zu sein ;)
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Baudelaire
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32

Mittwoch, 1. März 2006, 19:48

Ich glaube fest an das Schiksal. Das alles schon vorher bestimmt ist und wir nur den Weg folgen. Natürlich merken wir das nicht, ich meine es ich nicht irgendwo geschrieben was man als nächstes macht, das würde blöd sein. Man lebt und glaubt man hat sein Leben in den Händen, aber egal was man macht das Ende ist schon entschieden ohne das wir das wissen. Es gibt viele zufälle die das beweissen. Das ist auch kein Spiel bei dem man sagt , jetzt macht ich das weil ich das will und jetzt lasse ich mein Schicksal arbeiten. Nein. Jeder Mensch hat seinen Weg in diesem Leben. Natürlich kann man glauben was man will. Aber für meine Erlebnisse kann ich sagen: Ja das Schicksal gibt es.
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Riveda

Profi

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Beiträge: 1 151

33

Mittwoch, 1. März 2006, 21:34

Natürlich bestimmt das, was ich bisher erlebt habe die Art, zu entscheiden. Alles andere wäre ja auch schrecklich, denn sonst müsste ich ja losgelöst von meiner Person entscheiden, und ich will ja nicht frei von mir selbst sein *g*. Und ebenso ist es natürlich, dass Entscheidungen von der Situation mitbedingt werden - ansonsten würden wir ja ohne Realitätsbezug entscheiden, und das ist ziemlich sinnfrei.

Achja, vielleicht sind Zufälle einfach Zufälle ^^.
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Geschlecht: Weiblich

34

Donnerstag, 2. März 2006, 00:14

Tja vielleicht kann mir jemand erklären wenn es kein Schicksal gibt und Zufälle, Zufälle sind, was könnte es sonst sein? Welchen Sinn hat alles? Wieso leben wir? Alles hat keinen Sinn, wir sterben wie wir gelebt haben, Sinnlos.
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Asmodeus

Mad Hatter

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Beiträge: 921

Geschlecht: Männlich

35

Donnerstag, 2. März 2006, 09:25

Ich weigere mich an SChicksal zu glauben.
Wenn es sowas wie Schicksal gibt, ist die Zukunft unveränderlich, dementsprechend habe ich keine Handlungsfreiheit, sondern nur die Möglichkeit alles so zu tun wie es mir vorherbestimmt ist.
Das wiederspricht aber meinem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit in allen Lebenslagen aufs Schärfste.
Wenn alles vorbestimmt ist hat es auch keinen sinn mehr sich anzustrengen, da eh alles so kommt wie es kommen soll (wobei wir jetzt bitte keine Diskusion lostreten, ob das nicht-anstrengen nicht auch vorbestimmt ist und so...)
Zudem wäre es paradox zu behaupten, dass in einem Universum, dass durch Chaos und ZUfälle entstanden ist (Urknall, ect.) auch nur ein einziges Wesen einen vorbestimmten Lebensweg hat, den es so geht wie es ihn gehen soll.
Dennoch will ich nicht abstreiten, dass wir nunmal alles nur auf eine Art und Weise tun. Wir können nun mal nicht gleichzeitig die linke und die rechte Abzweigung der Straße nehmen. Endlich gesehen bleibt uns nunmal nur eine Möglichkeit und zwar die die wir im Endeffeckt gewählt haben. Das mag sich für viele nach Schicksal anhören, aber wenn ich jederzeit die Möglichkeit habe zu entscheiden ob ich rechts oder links gehe, bleibt ein gewisser Restposten an Freiheit (meiner Meinung nach) erhalten, was ein Schicksal vollkommen unmöglich macht.

PS: Ich weiß, dass man mein Straßnbeispiel auch sehr gut als Beweis für Schicksal sehen kann, aber ich sehe es nun mal so... :D
Kissalonecomplex unterliegt den bei Naturprodukten üblichen Schwankungen.

:edd
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Riveda

Profi

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Beiträge: 1 151

36

Donnerstag, 2. März 2006, 13:23

Also, ich muss sagen mein Leben hätte eher keinen Sinn, wenn es ein Schicksal gäbe und es determiniert wäre. Dann wäre es nämlich nicht mein Leben, sondern ein Leben, das zu Leben mir zugedacht wurde - von wem oder was auch immer.

Wenn der einzige Sinn des Lebens, den Du siehst, ein universeller ist - nämlich die Erfüllung des Schicksals - und Du keinen Sinn im Leben an sich siehst, dann tut mir das Leid. Ich persönlich lebe, um zu leben, und es macht mir eine Menge Spaß. Auch ohne dass ich darin einen tieferen Sinn sähe, der in der Erfüllung eines wunderbaren, vorherbestimmten Lebensweges endet. Lebenssinn und -inhalt ist für mich, mich selbst zu finden, meinen Weg zu gehen und ein Leben zu leben, das mir Freude bereitet.
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Geschlecht: Weiblich

37

Donnerstag, 2. März 2006, 14:25

Euer Problem ist, das ihr mich nicht so gut versteht. Vielleicht kann ich mich nicht so gut auf Deutsch ausdrücken. Schicksal ist nicht ein Buch oder etwas Schrifliches das man verfolgen muß, wie viele hier denken. Schicksal ist etwas was man nicht sieht und nicht genau weiß was das ist, wie viele hier beweissen. Man verfolgt sein Schicksal ohne es zu wissen in dem glauben, wie du Riveda, dass man sein leben in die Händen hat. Es kann nicht so schwierig sein es zu verstehen. Oder seid ihr von der Sorte, ich glaubt nur an das was ich sehe. Was ich nicht sehe existiert nicht.
Vielleicht ist es aber mein Fehler und wir sollten anfangen mit der Frage:
Was bedeutet für euch Schicksal? (kann sein das wir nicht von dem gleichen reden ;) )

Für Riveda,

Mein leben hat mehrere Sinne, auf eines allein sich zu konzentrieren würde blöd sein, aber das ist ein anderes Thema. Ah ja, Riveda, das Schicksal kann niemals ein Sinn im Leben sein.
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Riveda

Profi

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Beiträge: 1 151

38

Donnerstag, 2. März 2006, 14:52

Ich verstehe schon was Du meinst. Aber auch wenn ich das Buch nicht lesen kann so ist es in Deiner Vorstellung dennoch existent und was dort irgendwo unlesbar geschrieben steht unser Lebensweg. Da bleibe ich lieber bei meiner Vorstellung von einem freien, selbstbestimmten und auch eigenverantwortlichen Leben.
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Geschlecht: Weiblich

39

Donnerstag, 2. März 2006, 19:02

Man verfolgt sein Schicksal ohne es zu wissen in dem glauben dass man sein leben in den Händen hat.


Ich finde es schön für dich das du so glaubts. Ich habe den eindruck, dass du damit Glücklich bist. Das freut mich für dich ;) .
Wie gesagt, jeder ist frei das zu glauben was er will.

Definiere bitte für mich, was für dich Schicksal bedeutet. Nur mal aus Neugir ;)
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Riveda

Profi

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Beiträge: 1 151

40

Donnerstag, 2. März 2006, 19:13

Schicksal ist Prädestination, also die Vorherbestimmung von Ereignissen/Entscheidungen im Leben eines Menschen.

Und im Übrigen glaube ich nicht, dass ich nur glaube mein Leben in den Händen halten, mich also der Illusion eines freien Willens hinzugeben, während sich "mein Schicksal" erfüllt. Wer der Meinung ist, sein Leben als vorherbestimmt anzunehmen, bitte, das überlasse ich jedem selbst. Für mich allerdings ist Schicksal schlicht und ergreifend nicht existent.
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Beiträge: 566

Geschlecht: Weiblich

41

Donnerstag, 2. März 2006, 19:22

Wow.......Du hast das soooo schön gesagt.... ;)
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der Schütze

Der Pilger

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Beiträge: 4 911

42

Freitag, 3. März 2006, 11:05

Seid gegrüßt.

Ich glaube auch an das Schicksal. Ich glaube allerdings daran, dass es uns mehrere Wege vorgibt und wir dann frei wählen können, welchen davon wir einschlagen.

Der Gedanke ist doch recht tröstlich. Das Wissen um Vorbestimmung und "Auserwählung" (was für ein besch... Wort *g*) verleiht Sicherheit und Selbstvertrauen.

Gehabt euch wohl, der Schütze
der Schütze
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Leronoth

Kritischer Theoretiker

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43

Freitag, 3. März 2006, 16:16

Zitat

Original von der Schütze
Das Wissen um Vorbestimmung und "Auserwählung" (was für ein besch... Wort *g*) verleiht Sicherheit und Selbstvertrauen.


naja ganz bös gesagt legitimiert es auch einiges. mit Vorbestimmung wurde auch der gesamte holocaust begründet...

was ich auch nicht verstehe ist inwieweit sich einzelne wege begründen lassen. entweder ich geh von nahezu unendlich vielenw egen aus oder einem einzigen weg...
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Baudelaire
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Celest

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44

Freitag, 3. März 2006, 19:07

@ Tritesse: Welche Rolle spielt der freie Wille in deiner Vorstellung?
Daran blieb ich grad hänhen. Denn mir scheint, wenn alles vorherbestimmt sei, sei der freie Wille nicht existent. Ich meine, was soll ich denn frei entscheiden, wennalles vorherbestimmt ist? dann ist mein Wille doch nur eine Gaukelei?

Ich glaube nicht an das Schicksal als solches. Ich glaube, wie gesagt, dass man vor der Geburt schon selbst entscheidet (quasi als Engel noch oder sowas - um's verständlicher zu machen) ws man aus seinem Leben lernen will. Das wie und womit wird allerdings nicht festgelegt, das erledigt sozusagen der freie Wille.
In Folge dessen finde ich, dass der Sinn des Lebens darin besteht zu lernen. Was auch immer, entscheidet jeder vor der Geburt.

Klingt vielleicht etwas abgehoben. Aber somit wäre wirklich jeder seines GlückesSchmied.
"Die Wahrheit ist ein eigenartiges und recht seltenes Phänomen.
In der Badewanne der Geschichte ähnelt sie einem Stück Seife, das man nur mit Mühe festhalten kann - vorausgesetzt, man findet es überhaupt."
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Riveda

Profi

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Beiträge: 1 151

45

Freitag, 3. März 2006, 19:15

Ich denke nicht, dass jeder in der Lage ist, seinen Lebensweg frei zu wählen. Dazu muss man erst einmal in die Lage versetzt werden, sich soweit selbst zu produzieren, dass wirklich vom freien Willen eines freien Individuums die Rede sein kann. Und das ist ein Privileg, das in dieser Gesellschaft eher immer weniger Menschen gegeben ist.
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der Schütze

Der Pilger

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46

Freitag, 3. März 2006, 20:44

@Lelo: ein Glück, dass wir uns einigermaßen kennen, sonst hätte ich dir das mit dem Holocaust jetzt verdammt übel genommen. Für alle anderen: eine Entschuldigung war das dafür (und für ähnliche Verbrechen durch die und an der Menschheit) unter gar keinen Umständen!

@Riveda: ein ganz toller Gedanke.
der Schütze
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Beiträge: 566

Geschlecht: Weiblich

47

Freitag, 3. März 2006, 20:46

Natürlich hat man einen freien Willen, ich habe auch nichts anderes behauptet. Ich denke nur, dass egal welchen weg der Mensch nimmt am ende ist das Schicksal wer entscheidet. Ich bin von Natur aus jemand der sich nicht zufrieden mit vielen Sachen gibt, ich kämpfe immer weiter um mein leben so zu gestalten wie ich das will. Bis jetzt hat es immer gut geklappt ;), aber irgendwie habe ich das Gefühlt das da etwas ist, dass stärker ist als unser Willen. Es ist nicht so das ich denke weil es ein Schicksal gibt muß ich mich ganicht anstrengen für mein leben. Ich denke das es das Schicksal gibt und es bestimmt irgendwie sachen in unserem Leben. Ich habe einen sehr starken Charakter und ich lass mir mir von nichts und niemanden etwas sagen. Ich denke dieses leben gibt es nur einmal und ich werde es leben wie ich das will.
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Visce

Mr. Viernheimer Dreieck

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Geschlecht: Männlich

48

Freitag, 3. März 2006, 21:58

Ich werfe gewohnheitsgemäß lieber erst ein mal einen Blick auf die negativen Seiten eines Gedankens.


Also wenn es ein Schicksal gibt und unser Lebensweg vorherbestimmt ist bedeuted das erst einmal nicht zwangsläufig, dass es positiv sein muss. dH jeder könnte auch nur Opfer seines Schicksals sein.

Dies würde bedeuten, dass auch Menschen wie zB Hitler unschuldig an ihren Taten wären, da es ja nur ein vorherbestimmtes Schicksal war, das zu ändern dem Menschen nicht offen stand.


Man dürfte also auch keinen Kinderschänder, Mörder oder ähnliches in Gefängnisse sperren, da sie ja alle unschuldig und Opfer ihres Schicksals sind.




Man reiche mir eine Schrrotflinte. Ich habe ein Schicksal zu erfüllen ;)

Visce - lost in loneliness since 1985.
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Riveda

Profi

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Beiträge: 1 151

49

Samstag, 4. März 2006, 08:50

Sag das Marx, Schütze ;).

Wenn ich mich recht entsinne, hat er den Gedanken des sich Produzierens als Privileg weniger in den herrschenden Strukturen im Kapital niedergeschrieben (nein, ich habe es noch nicht gelesen, nichtmal Band 1, nur eine Vorlesung besucht). Und wenn wir ehrlich sind, hat sich seitdem nicht besonders etwas verbessert. Vielleicht ist das "Proletariat" etwas weniger elend als damals, aber ob ein Leben beherrscht durch die - nennen wir es mal mit Adorno - Kulturindustrie mehr Raum zum Produzieren seiner selbst gibt, das wage ich doch zu bezweifeln. Demnach könnte man durchaus sagen, vielen Menschen steht nicht die Möglichkeit einer freien Lebensgestaltung zu. Allerdings nicht aufgrund von Schicksal, sondern einfach aufgrund soziologischer Determination.
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Leronoth

Kritischer Theoretiker

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50

Samstag, 4. März 2006, 14:04

Zitat

Original von Visce
Dies würde bedeuten, dass auch Menschen wie zB Hitler unschuldig an ihren Taten wären, da es ja nur ein vorherbestimmtes Schicksal war, das zu ändern dem Menschen nicht offen stand.

Zitat


schönes beispiel das hitler ja eben genau mit dieser vorbestimmung argumentiert hat...

Zitat


Man reiche mir eine Schrrotflinte. Ich habe ein Schicksal zu erfüllen ;)


genau das meine ich. ich kann alles tun was ich will (ach nee ich will dann ja garnichtmehr) ohne die konsequenzen dafür zu tragen (rein moralisch, versteht sich. der knast ist ja vorherbestimmt)...

@riveda streich den Begriff "proletariat" da raus und ich stimme dir zu.
wobei ich sogar weiter gehen würde und behaupten würde das nichteinmal eine "klasse" respektive soziale gruppe die möglichkeit zur freien selbstentfaltung hat...

*grisn adornozitate wie geil*
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