Original von Black Skybrother
jopp. da scheinen wir uns dem punkt ja einig zu sein. Nur das Mahatma, versteh ich nicht ganz. ich hab mich mit dem noch nich beschäftigt.
aber im grunde... ja! da sind wir uns wenigstens in diesem Punkt ja mal einig
also moment mal, ich würde mich nicht einfach töten lassen nur weil ein anderer das irgendwie legitim findet... dazu hab ich doch ein zu ausgeprätes selbsterhaltungsinteresse. daher auch meine Seitenhien "mahatma" der sich eben auch für "eine Sache" aufopfern würde und ncihtmal die hand erhebt wenn man ihn erschlagen will...
@Riveda Das bessere ist leider nicht das beste. das muss klar gesagt werden. Aber nur weil wir nicht die befreite Gesellschaft haben, heißt dies ja nicht das es nicht richtig wäre sich für zivilisatorische Mindeststandards einzusetzen.
Und die realität ist in den punkten um die es geht sogar erstaunlich gut. Wenn du dir den umgang mit minderheiten in einem Nahöstlichen regime oder in einer westlichen demokratie anschaust so hast du da einen massivsten unterschied. Dinge wie Folter, öffentliche hinrichtung, offensive verfolgung religiöser minderheiten, repressivste kleidungszwänge, todesstrafen für homosexualität, offene auslöschungsdrohungen gegen andere staaten, repressivste Geschlechtertrennung, selbstmordideologie etc.pp. sind im westen einfach nicht an der tagesordnung.
diese dinge abzuschaffen muss vom Licht der erlösung aus aber als uneingeschränkt gut gelten. Es ist ein völlig notwendiger schritt, der bei aller kritik am westen nicht durch dessen eigene schwäche abgesetzt werden kann. Es ist richtig dass keine realen batallione der vernunft hinter der aufklärung stehen, aber es ist ebenso richtig, dass es besseres und schlechteres gibt und die alte marxsche methode nciht ganz überholt ist.
Denn eine demokratisch-republikanische ordnung stellt die grundlage für eine befreite gesellschaft dar, während die meisten nahöstlichen regime eine schlechte aufhebung des kapitalverhältnisses (also eine verunmöglichung der befreiten gesellschaft) darstellen.
Eine demokratie kann letztlich an ihren eigenen ansprüchen gemessen werden
(Methodik der KT) und so hat man es innerhalb der letzten beiden jahrhunderte im westen geschafft die zivilisationsstandards zu erhöhen und hat eben auch die möglichkeit eine immanente kritik zu formulieren. Ein Staat der sich auf Gott als Quell des Rechts beruft ist aber nicht immanent zu kritisieren. Ein staat der jede noch so grausige vorgehensweise mit schicksal, dienst und sünde begründet ist (selbst)kritikunfähig.
Für mich ist diese argumentation hier auch nicht die verwechslung von Ausführern einer aufklärungsrettung und deren slebstverständniss. Nehmen wir die Neocons, sie stellen meiner analyse nach eine der vehementesten Aufklärungsverteidigenden Fraktionen dar, die es momentan in den USA gibt. ihr selbstverständniss ist aber keineswegs so progressiv wie ihr handeln. sie wissen es nicht aber sie tun es. und das ist ja auch grundlage eines materiellen wahrheitsbegriffes.
es ist doch (zumindest taktisch) egal ob leute ihrer handlung gegenüber selbstbewusst sind, solang diese richtig ist. das bürgertum hat seine eigene abschaffung doch auch nicht bewusst geplant (um mal wieder den alten marx zu zitieren, der in der konsequenz leider unrecht hatte).
wenn wir aber hingehen und das projekt aufklärung als gescheitert ansehen und dann zum schluss kommen jedes Land/Volk/Ethnie müsste da mal seinen weg suchen und dann käm irgendwann mal eine gute gesellschaft bei raus, dann haben wir den anspruch der aufklärung völlig verworfen. denn Aufklärung ist eben nicht partikular. Es ist aber neben dem radikalen Islam momentan nur das westliche Denken was nach universalität strebt. Mit dem wichtigen unterschied dass die ersteren das Leben als dienst gottes und Unterwerfung begreifen und die letzteren als den versuch freie (markt)subjekte zu schaffen und letzteres Denken Marx aus sich selber hervorbrachte.
ich finde es allgemein etwas komisch, dass du mir erläuterst das unsere aufklärung nciht der letzte schluss ist, aber z.B. kein wort darüber verlierst das hier der versuch passiert den NS aufgrund seiner effizienz zu bewerten und der 11.september sogar als gute sache bezeichnet wird. da scheint mir irgendwie die proportion nicht gegeben.
Zumal du mir zeigen willst das ich die dialektik der aufklärung nicht in mich aufgenommen hätte, ohne zu sehen das skybrother eben nicht nur versucht aufklärung per se durch die verschiedenheit der ethnien aufzuheben (und sogar reaktionärste gottesstaaten als nur von unserem standpunkt aus zufällig kritikwürdig beschreibt) und seine ganze Analyse nur so von instrumenteller Vernunft strotzt.
wenn praxis sowie erkenntnis (und apologie) des gegebenen offen als ziel proklamiert wird und Lustgewinn und -verlust zu Begriffen des Rechts (rechtspositivismus!) umgedeutet werden, dann ist daran ja wohl eine massivste kritik im sinne der DdA zu üben.
Allein die verteidigung der Kultur muss im sinne der DdA vehementester kritik unterliegen. denn diese kritisiert die aufklärung weil sie in mythos umschlägt und nicht weil sie den Mythos zerschlägt. Kultur aber ist Mythos.
Und da mein Denken nunmal dialektisch ist, müssen eben auch die akzente immer wieder anders gesetzt werden.
im Scheitern der aufklärung gehe ich ja mit Skybrother vermutlich d'accord (denn nichts anderes versucht er mir die ganze Zeit zu erklären). mit dem unterschied dass er das Projekt aufklärung aufgegeben hat und ich es zu retten versuche.
daher auch meine vehemente betonung der möglichkeit der rettung und dass ich nicht permanent darstelle warum bürgerliches recht, denken in warenform etc.pp. schlimm ist.
wenn du magst kannst du z.B. mal die Darstellugn der Moderne von Ernst jünger im Arbeiter verfolgen, in dem er erstaunlichste parallelen zur (zeitnahen) DdA zieht und zu sehr ähnlichen argumentationen wie Skybrother kommt. das hat mir persönlich recht viel sensibilität gegenüber falscher Aufklärungskritik gegeben...