@al sifr das ist eigentlich ganz einfach: Jeder Körper reagiert unterschiedlich schnell auf die Reize des Heller- bzw. Dunklerwerdens. Abends wird, durch das Verschwinden des Sonnenlichts und Dunklerwerden, die Ausschüttung von beruhigenden und schlaffördernden Hormonen (bes. Melatonin) angeregt, morgens durch den Sonnenaufgang die von aufweckenden (bes. Adrenalin). Der Körper pendelt sich auf einen gewissen Rhythmus ein (der übrigens ohne den Einfluss der Sonne bei 25h läge), innerhalb dessen er eine gewisse Menge Schlaf bzw. Aktivität fordert.
Bei manchen pendelt sich der Rhythmus etwas verfrüht ein. Die reagieren fast unmittelbar auf Veränderungen der Helligkeit (sofern sie im normalen Rahmen eines Tagesablaufs liegen, das betrifft also NICHT eine für einige Minuten angeschaltete Nachttischlampe) und werden wach, sobald es hell ist - oder müde, sobald es dunkel wird. Andere aber reagieren mit einer gewissen Verzögerung: Einer der beiden Reize muss über längere Zeit anhalten, bevor er seine Wirkung entfaltet.
Und wer logisch überlegt, merkt, dass die Schnellreagierer die Lerchen sind und die Langsamreagierer die Eulen
Was dazukommt, ist die individuell benötigte Menge Schlaf: Manche brauchen fast zehn Stunden, um sich zu erholen, andere nur sechs und vor allem alte Menschen noch weniger. Das erklärt, warum zwei Personen zeitgleich schlafengehen können und die eine vielleicht vor, die andere aber erst lange nach dem Sonnenaufgang aufwacht.
Durch künstliches Licht übrigens wird dieser Rhythmus massiv, aber meistens nicht völlig durcheinandergebracht (weil Sonnenlicht eben doch nochmal etwas anderes ist und auch abgesehen vom Wach-Schlaf-Rhythmus einige andere Stoffwechselprozesse im Körper auslöst). Bei sensiblen Personen kann allerdings die Tatsache, dass z.B. eine Lampe ins Zimmer leuchtet oder man Tag und Nacht über künstliches Licht bzw. Fensterläden beliebig verlängern und verkürzen kann, zu massiven Schlafstörungen führen. Die armen Tröpfe müssen sich dann penibelst genau an Zeiten halten (z.B. zehn Uhr schlafengehen, sechs Uhr aufstehen), auch am Wochenende, auch in den Ferien, weil sie sonst gar nicht mehr schlafen können. Da spielen aber oft noch andere Faktoren mit, nicht nur der individuelle Rhythmus.
Alle Klarheiten beseitigt?