Ok, hab doch noch was gefunden (gelobt seien die Ebooks)
»Ihr also auch?« murmelte er. »Selbst du, Simon? Johannes?
Ihr alle? Haßt ihr mich auch?« »Niemand tut das, Herr. « Der Fischer kam näher, bis sein Gesicht fast in den Bereich der lodernden Flammen geriet, die Judas' Fackel versprühte. Er schien die Hitze nicht einmal zu spüren. »Wir alle lieben dich, Herr. Mehr, als du dir vorstellen
kannst. Selbst er. « Er legte Judas die Hand auf die Schulter und lächelte. Judas wich einen Schritt zur Seite, so daß Simons Hand von seiner Schulter glitt.
[...]und mit diesem Verstehen ging noch etwas anderes einher: ein weiteres, ihm bisher völlig unbekanntes Gefühl, das ihn in seiner Gewaltigkeit schier erstarren ließ. Bewunderung. Ein Erschauern vor dem Mut, den Simon und die anderen aufbrachten, ihm, einem GOTT, zu widersprechen. Vielleicht war er das, wofür sie ihn hielten, vielleicht auch nicht, aber seine Macht kam der eines Gottes gleich; die Macht, Welten zu erschaffen, aber auch zuzerstören, mit nichts mehr als der Bewegung einer Hand und der Kraft eines Gedankens.
Und trotzdem wagten es diese winzigen, verwundbaren
Wesen, ihm zu trotzen. Mehr noch - sie wagten es, das Schicksal selbst und sogar den, der hinter ihm stand, herauszufordern, einfach nur, weil sie glaubten, daß ihr Volk diese Chance verdiente. Sie erbaten sie nicht von ihm. Sie forderten sie. Und verdiente ein Volk, das solche Tapferkeit hervorbrachte, nicht tatsächlich diese eine, vielleicht allerletzte Chance?
Die Gewalten, die zu entfesseln er im Begriff gewesen war, zogen sich wieder zurück.
Für eine Weile.
Sie sollten ihre Gnadenfrist bekommen.
Krankheit und Tod sind meine Begleiter
Viele geben mir ihre Seele zum Fraß,
Denn Hunger ist mein Wegbereiter
Und gezeugt bin ich aus Gier und Hass
Das Verderben ist meine Geliebte,
Ich lock euch mit dem Versprechen auf Sieg,
Doch hinterlass ich nur Besiegte,
Denn ich bin vernichtend, Ich bin der Krieg