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HijaDeLaLuna

Mrs. Brainshaker

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1

Donnerstag, 8. Januar 2004, 17:45

In Anlehnung an die Emanzipation

In Anlehnung an Kassandra´s "Emanzipationsthread" dachte ich ein Buchtipp könnte nicht schaden. Vll kennen einige von euch das Buch aus der Schule, da es öfters als Prüfungslektüre oder überhaupt als Lektüre genutzt wird. Das Buch dreht sich zwar eigentlich um ein anderes Hauptthema, doch ich denke dass die Hauptfigur am Ende zu einer sehr emanzipierten Frau wird.

Es dreht sich um

Nora oder ein Puppenheim von Henrik Ibsen

Ich dachte ich schreib euch mal einen Auszug aus dem Nachwort.

Zitat

Immer wiweder kreisen Ibsens Dramen um den Problemkomplex der Lebenslüge. (...) Nur scheinbar sind Ibsens Dramen pessimistisch - zumindest in "nora oder ein Puppenheim" ist die optimistische Grundtendez unübersehbar: Ibsen ist zutiefst davon überzeugt, dass der Mensch sich aus kleinbürgerlichen Unwahrheiten zu befreien, sien Leben zu ändern, zu sich selbst zu finden habe. (...) Auch Nora muss erkennen, dass Helmer sich ein Scheinbild von ihr gemacht hat, dem sie ängstlich zu entsprechen bestrebt war: " Ich lebte davo, dass ich dir Kunststücke vormachte". Wie sie für ihren VAater ein "Puppenkind" war, ist sie für ihren Mann eine "Puppenfrau§. Ja mehr noch Helmer hält sich viel darau zu gute, seine Frau durch großmütige Vergebung "zum zweiten Mal in die Welt gesetzt" zu haben, so dass sie "in doppeltem Sinne dadurch sien Eigen..., sein Weib und d sein Kind zugleich geworden" sei.

Das Buch handelt aber nicht nur um dieses Thema, vor allem geht es Ibsen "umd ie MEnschwerdung des EInzelnen".


Gruß Celtic.

PS: Ich würde es begrüßen wenn ihr über die Rechtschreibfehler hinwegsehen wüdet ;)
Es ist ein alter Gedanke:
je schärfer und unerbittlicher wir eine These formulieren,
desto unwiderstehlicher ruft sie nach der Antithese.

Hermann Hesse
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Kassandra

Barbie-Grufti

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2

Donnerstag, 8. Januar 2004, 17:58

Von Ibsen hab ich noch gar nichts gelesen... wie darf ich denn den Schreibstil einschätzen?

Beim Thema emanzipierte Bücher: Christa Wolfs "Kassandra" gehört da wohl auch dazu, es geht immerhin im groben um ihre Selbstfindung und sie ist eine recht starke Frau...

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HijaDeLaLuna

Mrs. Brainshaker

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3

Donnerstag, 8. Januar 2004, 18:15

Hm,

Ibsens Dramen kreisen um den Problemkomplex der Lebenslüge. Er selbst hat im 19 Jahrhundert gelebt und außer Nora kenn ich bisher auch noch kein Buch von ihm bzw. Die Bücher sind in Theaterform geschrieben, da es ein Schauspiel in drei Akten ist.

Zitat

"Wenn man auf dem Zettel (d. h. in der Programmankündigung) Nora liest, hat man gar keine Lust, hinzughen. Das Stück bietet kaum Geheimnisse, denkt man..., wenn man aber drinsitz: dann spürt man doch die Tatze... Hier enthüllt sich das nicht mehr Zeitliche, das für immer Unverstaubliche drain: wie ein Mensch, die Nora, plötzlich die Menschwerdung mit erzitterndem Schwez durchmacht"


Alfred Kerr, Theaterkritiker 1933

Zitat

Kennzeichnend sind die hintergründige Symbolik der Leitmotive und die episch-monologische Form. Obwohl die Dramen Thesenstücke sind, stellt Ibsen lebensvolle Gestalten auf die Bühne. Endgültigen Weltruhm brachte ihm »Et dukkehjem« (1879; deutsch »Nora oder Ein Puppenheim«). In einigen seiner späten symbolistischen Dramen nahm er psychoanalytische Erkenntnisse vorweg, aufgezeigt u.a. an schwierigen Charakteren (»Hedda Gabler«, 1890; deutsch) und an der Auseinandersetzung mit sich selbst (»Bygmester Solness«, 1892, deutsch »Baumeister Solness«; »Når vi døde vågner«, 1899, deutsch »Wenn wir Toten erwachen«). Ibsen hat nicht nur dem Naturalismus in Deutschland und Skandinavien den Weg bereitet, sondern auch das Drama des Symbolismus durch sein Spätwerk mitbegründet.


Brockhaus 2002

Hoffe das hilft dir weiter

Celtic.
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Kassandra

Barbie-Grufti

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4

Donnerstag, 8. Januar 2004, 20:38

Danke für die Informationen, hört sich tatsächlich interessant an (achja, die "Theaterform" nennt man Drama).

Ich wollte aber eher wissen, wie ich das epochengeschichtlich einordnen kann, ob das eher leicht und flüssig oder doch eher mit dem Nachschlagewerk nebendran lesen muss... (ich weiß, ich stell unmögliche Fragen)

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HijaDeLaLuna

Mrs. Brainshaker

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5

Freitag, 9. Januar 2004, 13:45

Zitat

Original von Kassandra
Danke für die Informationen, hört sich tatsächlich interessant an (achja, die "Theaterform" nennt man Drama).

Ich wollte aber eher wissen, wie ich das epochengeschichtlich einordnen kann, ob das eher leicht und flüssig oder doch eher mit dem Nachschlagewerk nebendran lesen muss... (ich weiß, ich stell unmögliche Fragen)


*lach*

genau Drama. Das Wort ist mir nicht eingefallen...

Nee, das Buch hat wirklich eine ausgezeichnete Sprache, ich würd fast sagen, dass du es kaum merkst (zumindest Sprachlich), dass es im 19 Jhd geschrieben wurde. Ist wirklich sehr leicht zu lesen, also ich hab 2 Stunden gebraucht um es einmal ganz durch zulesen. Und das ganz ohne Komplikationen. Vll sagt dir "Hamburger Lesehefte" was? Genau so eins ist es.

Gruß Celtic.
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Kassandra

Barbie-Grufti

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6

Freitag, 9. Januar 2004, 17:41

Klar kenn ich die Hamburger Lesehefte, das sind die Dinger, die noch billiger sind als Reclamheftchen... ich find die gut... aber das hört sich doch mal gar nicht so schlecht an, werd ich mir in den Semesterferien mal zu Gemüte führen, danke für den Tipp!

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